© Julia Großmann
Würzburgs junge Kreativszene hat neue Gesichter. Mit der Verleihung des Preises für Junge Kultur zeichnet die Stadt zusammen mit dem Umsonst & Draußen e.V. und der Distelhäuser Brauerei Kulturschaffende aus, die frische Impulse setzen und die lokale Szene mit kreativen Ideen, neuen Ausdrucksformen und großem Engagement prägen. Der seit 2005 vergebene Preis soll insbesondere Nachwuchskünstlerinnen und -künstler fördern und sichtbar machen. In diesem Jahr überzeugten Anna Lendle und ihr Musikprojekt aennies, die Rap-Crew Projekt RG6 sowie das Kulturelle Bildungsprojekt School of Rock von Fabian Schwarz.
Anna Lendle
Bereits 2021 erhielt Anna Lendle den Preis für Junge Kultur, damals als Mitglied der Band Cellotta. Nach der Auflösung gründete die Musikpädagogin ihr Soloprojekt aennis, mit dem sie Genregrenzen mühelos aufbricht. Ob ganz intim als Solokünstlerin, im harmonischen Trio oder mit einer kompletten Band beweist sie eine bemerkenswerte stilistische Wandlungsfähigkeit. Auf der Bühne steht sie oft nur mit ihrer E-Gitarre – und kreiert dennoch eine überraschende Wucht.
Durch geschickt live geloopte Sounds webt sie dichte, atmosphärische Teppiche, die ein raumfüllendes Klangbild erzeugen. Darüber legen sich sensible, deutschsprachige Texte, in denen sie genau das ausspricht, was die eigenen Gedanken oft nicht herauszubringen wagen. All das macht ihre Konzerte zu berührenden Live-Erlebnissen, die zum Entspannen, Nachdenken und Träumen anregen.
Projekt RG6
Hip-Hop aus der Rosengasse: Hinter der Rap-Crew Projekt RG6 stecken die drei MCs slinK (Nils Klinke), Me Fisto (Fabian Faust) und SxP (Luis Fernandes Peralta). Der Bandname ist eine Hommage an eine WG in der Rosengasse 6, wo die Reise des Trios begann. Obwohl alle drei tief im Hip-Hop verwurzelt sind, bringen sie völlig unterschiedliche Facetten in die Gruppe ein. Das Ergebnis ist ein vielschichtiger Deutschrap, der sich bewusst vom klassischen Gangster-Rap distanziert.
Statt auf aggressive Texte setzen die Musiker auf eine erfrischende Mischung aus Spaß, Energie und ausdrucksstarken Lines. Auch kritische Töne finden ihren Platz. Dass dieser Sound ankommt, beweist ihre Hymne „Würzburger Vibe“: Der Track hat auf YouTube und Spotify bereits rund 15.000 Aufrufe und fängt das Lebensgefühl der Heimatstadt perfekt ein.
Fabian Schwarz
Den dritten Preis für Junge Kultur sicherte sich ein echtes Würzburger Original. Hinter dem kulturellen Bildungsprojekt School of Rock steht Musiklehrer Fabian „Fabs“ Schwarz. Bereits vor 25 Jahren führte er als einer der Ersten die E-Gitarre als Instrument an der Sing- und Musikschule Würzburg ein. Inspiriert vom gleichnamigen Kultfilm mit Jack Black gründete er im Jahr 2012 schließlich sein Herzensprojekt. Seither vermittelt Fabian Jugendlichen weit mehr als nur Akkorde, Riffs und Bühnenpräsenz.
Bei ihm lernen Nachwuchstalente, aufeinander zu hören und als echte Bands zusammenzuwachsen. Das Projekt fungiert als entscheidendes Sprungbrett: Hier verlässt der Nachwuchs den geschützten Unterrichtsraum, um bei Konzerten erste echte Live-Erfahrungen vor Publikum zu sammeln. Seine einzigartige Nachwuchsförderung prägt die lokale Rockszene seit weit über einem Jahrzehnt nachhaltig.