Am 8. März 2026 wird in Bayern wieder kommunal gewählt – auch in Unterfranken. In Städten und Gemeinden entscheiden die Wahlberechtigten darüber, wer in den kommenden sechs Jahren die kommunalpolitischen Geschicke lenkt. In Würzburg steht dabei die Wahl des Stadtrats an. Zwischen 8 und 18 Uhr sind die Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Stimmen abzugeben und über die politische Zusammensetzung des Gremiums zu bestimmen.
Der Stadtrat in Würzburg ist das oberste politische Entscheidungsgremium der Stadt, bestehend aus ehrenamtlichen Stadträtinnen und Stadträten sowie dem Oberbürgermeister. Er gestaltet die Stadtentwicklung in den Bereichen Bauen, Verkehr, Soziales und Kultur, setzt sich für das Gemeinwohl ein und berät über Themen wie Klimaschutz, nachhaltige Stadtgestaltung und Finanzen. Wer hier sitzt, prägt also unmittelbar, wie sich Würzburg in den kommenden sechs Jahren entwickelt.
Wir baten zehn Parteien, je eine Kandidatin oder einen Kandidaten auszuwählen und unsere Fragen zu beantworten.
- Wie wollen Sie Kultur, Nachtleben und kreative Freiräume in Würzburg stärken und besser vernetzen?
- Wie sorgen Sie dafür, dass Menschen in unserer Stadt schnell, günstig und nachhaltig unterwegs sein können – egal, ob mit ÖPNV, Rad oder zu Fuß?
- Was macht Würzburg für Sie lebenswert und was treibt Sie hier regelmäßig zur Weißglut?
Konstantin Mack | Die Grünen
29 Jahre, Doktorand
1. Kultur macht unsere Stadt lebendig, doch dafür braucht es mehr Platz. Wir konnten den Erhalt der Posthalle für die nächsten fünf Jahre sichern, aber insbesondere Sub- und Soziokultur benötigen langfristige Perspektiven – am besten an einem zentralen Ort. Das Faulenbergareal bietet uns eine einzigartige Chance: wir können kreative Freiräume von Beginn einplanen und nicht erst dann, wenn schon alles zugebaut ist. Die freie Szene, Clubs und Livemusik brauchen verlässliche Unterstützung. Sie gehören zu Würzburg wie Theater oder Museen und sollten auch so behandelt werden. Und mir ist wichtig: Kultur soll für alle Menschen zugänglich sein: bezahlbar, barrierefrei und mit Angeboten für Jung und Alt.
2. Ich möchte, dass man ohne großes Nachdenken schnell und sicher von A nach B kommt – mit jedem Verkehrsmittel. Dafür braucht es dichte ÖPNV-Takte, sichere Rad- wege und barriere freie Gehwege. Mein Ziel ist ein echter Citytakt: zur Haltestelle gehen und wissen, dass spätestens in fünf Minuten eine Bahn kommt. Und mit der Linie 6 zum Hubland wird der Nahverkehr noch viel attraktiver. Fahrradfahren soll in Würzburg Spaß machen, auch für Kinder und Senior:innen. Deshalb brauchen wir baulich getrennte Radwege aus allen Stadtteilen in die Innenstadt. Gefahrenstellen wie die Löwenbrücke müssen konsequent umgebaut werden.
3. Würzburg hat bereits eine hohe Lebensqualität und langweilig wird es hier sicher nicht, das zeigt jeder Blick in den Veranstaltungskalender. Trotzdem wollen wir unsere Stadt noch weiter voranbringen. Deshalb ärgert mich besonders, wenn neue Ideen zuerst auf Bedenken und Ausreden treffen, statt auf die Frage, wie man sie gemeinsam möglich machen kann. Ich wünsche mir eine mutige Stadt, die Lust auf Veränderung hat und Menschen motiviert, sich einzubringen.
Uwe Dolata | Würzburger Liste
69 Jahre, Kriminologe & Kulturmanager
1. Hierzu braucht es ein strategisches Zusammenspiel aus Förderung, Vermittlung und verlässlichen Rahmenbedingungen. Dies zu ermöglichen, ist Aufgabe der Stadträte. Die Umsetzung ist dann Aufgabe der Stadtverwaltung und nicht etwa, selbst als Veranstalter aufzutreten. Verlässliche Räume sichern und neue ermöglichen. Zwischennutzungen erleichtern: Leerstände unbürokratisch für Ateliers, Proberäume, Clubs, Off-Spaces und temporäre Kulturformate öffnen. Bestand schützen: Kultur- und Clubstandorte als schützenswerte Orte anerkennen. Mischformen fördern: Orte, die tagsüber kreativ arbeiten und abends Kultur/Nachtleben bieten. Bessere Vernetzung der Akteure: Regelmäßige Kultur- und Nachtleben-Runden. Austausch zwischen freier Szene, Clubs, Hochschulen, Stadtverwaltung, Wirtschaft. Förderung gezielt und transparent. Niederschwellige Angebote, damit Kultur nicht vom Geldbeutel abhängt.
2. ÖPNV ausbauen und bezahlbar machen. Sichere und durchgängige Radinfrastruktur. Fußverkehr mitdenken. Verkehr intelligent vernetzen. Nachhaltigkeit priorisieren – Durchgängig freie Ampelschaltung. Beteiligung und Transparenz sichern, sprich, Bürger frühzeitig einbinden. So schaffen wir eine Mobilität, die schnell, bezahlbar und klimafreundlich ist – und für alle Menschen in unserer Stadt funktioniert.
3. Lebenswert ist für mich vor allem die Lage und Landschaft, die Größe, das Lebensgefühl, die Hochschulsituation. Zur Weißglut treibt mich regelmäßig der Verkehr (Baustellen, Staus durch Ampelschaltung), der für Studierende und Normalverdiener angespannte bis frustrierende Wohnungsmarkt, das Tempo der Verwaltung (bei Genehmigungen und der Stadtentwicklung wirkt manches unnötig schwerfällig) und das städtisch erlaubte Verbauen von Frischluftschneisen.
Tobias Dutta | FDP
24 Jahre, Sales Manager
1. Würzburgs Kulturszene lebt von ihrer Vielfalt, und die wollen wir noch stärker fördern. Konkret heißt das verlässliche finanzielle Unterstützung für die Kultur, damit kreative Köpfe planen können. Beim Nachtleben setzen wir nicht auf Sperrzeiten, sondern auf Safer-Party-Konzepte und smarte Lösungen, die Feiern und Wohnen vereinbaren. Für Kreative fordern wir mehr Freiräume, etwa StartHubs in leerstehenden Läden. Wir sind überzeugt, die Stadt muss Möglichkeiten schaffen, nicht Verbote. Genau dafür braucht Würzburg Räume zum Ausprobieren und Wachsen.
2. Mobilität darf keine Ideologiefrage sein, was zählt, ist, dass es funktioniert. Wir wollen alle Verkehrsmittel intelligent vernetzen, damit man schnell von A nach B kommt, egal ob mit Bus, Bahn, Leihrad oder zu Fuß. Beim ÖPNV fordern wir ein Tap&Go-System, einfach mit EC-Karte einsteigen statt komplizierter Tarife. Busse und Bahnen sollen zuverlässig WLAN, USB-Steckdosen und Klimaanlagen haben. Park+Ride-Angebote machen den Umstieg vom Auto attraktiv, gleichzeitig muss die Innenstadt aber auch mit dem Auto erreichbar bleiben. Würzburg soll eine Stadt sein, in der Mobilität Freiheit bedeutet, nicht Frust.
3. Ich bin hier geboren und aufgewachsen, und nach Abi und Studium war für mich klar, dass ich nicht weg will. Warum? Weil Würzburg diese Mischung hat aus Altstadt, vielfältigen Stadtteilen, Uni mit junger Energie und dem Main an Sommerabenden. Was mich trotzdem nervt? Wenn gute Ideen an Bürokratie scheitern. Wenn Bauanträge ewig dauern, weil nicht digital gearbeitet wird. Wenn innovative Konzepte von Startups, Kulturschaffenden oder Vereinen an starren Regeln zerschellen. Deshalb kämpfen wir für eine Stadt, die ermöglicht, statt verhindert, mit digitalen Verwaltungsprozessen und schnellen Genehmigungen.
Franziska Müller | SPD
28 Jahre, Gewerkschaftssekretärin (Jugendsekretärin DGB Unterfranken)
1. Für mich soll Kultur in Würzburg für alle zugänglich sein – egal, wie viel Geld man hat. Ich möchte, dass die Stadt Räume und Projekte fördert, die offen, barrierefrei und niedrigschwellig sind, damit jede*r sich einbringen kann. Außerdem setze ich mich dafür ein, dass Hindernisse wie teure Mieten abgebaut oder fehlende Räume geschaffen werden. Die Stadt kann Austauschmöglichkeiten und Treffpunkte schaffen, an denen Initiativen, Vereine und Kulturprojekte sich kennenlernen, Ideen teilen und gemeinsam Veranstaltungen planen können. So wird Würzburg lebendig, vielfältig und für alle offen.
2. Bus, Bahn, Fahrrad und Fußwege in Würzburg müssen so funktionieren, dass man sie gern nutzt – deshalb setze ich mich dafür ein, dass der ÖPNV auch nachts und am Wochenende zuverlässig fährt und die Tickets für alle bezahlbar sind. Besonders dringend ist natürlich der Bau der Straba-Linie 6, damit das Hubland endlich gut angebunden wird, genauso wie der Einsatz von mehr Fahrzeugen und einer grundsätzlichen Taktverdichtung. Gleichzeitig will ich Rad- und Fußwege sicherer, durchgehender und attraktiver machen, damit man sich in der Stadt unabhängig vom Auto bewegen kann.
3. Würzburg ist für mich lebenswert, weil hier so viele Menschen zusammenkommen, Ideen umsetzen und sich engagieren können. Ich schätze die Vielfalt, die kurzen Wege und die vielen Möglichkeiten, die Stadt aktiv mitzugestalten. Gleichzeitig ärgert mich oft, dass es zu wenig konsumfreie Räume gibt und Barrieren – wie zu wenig barrierefreie Strabas oder fehlende Räume für junge Menschen – echte Teilhabe erschweren. Ich möchte, dass alle Menschen hier die Chance haben, wirklich mitzumachen und sich in Würzburg zuhause zu fühlen.
Thomas Lang | ÖDP
67 Jahre, Dipl.-Verwaltungswirt (FH) i.R.
1. Durch einen regelmäßigen Austausch von Verantwortlichen beider Bereiche, Ausarbeitung gemeinsamer Formate und diese miteinander mit Leben füllen. Sehr wichtig wäre ein regelmäßiger Dialog, vor allem mit Innenstadtbewohnern, flexible Genehmigungsverfahren und ein gemeinsames Marketing. Im Ergebnis sollten somit die Kommunikation beider Ebenen ausgebaut, weniger behördliche Hürden geschaffen und Kultur und Nachtleben als fester Bestandteil der Stadtentwicklung berücksichtigt werden.
2. Der ÖPNV muss weiter ausgebaut und überschaubarer werden. Das haben wir in den letzten 6 Jahren schon massiv vorangebracht. Die Tarife sollten kundenfreundlicher gestaltet, der zügige Ausbau von P&R-Plätzen vorangetrieben werden. Das scheiterte bisher an der Ablehnung anderer Gruppierungen. In pcto. Radverkehr plädieren wir auf durchgängige und breite Radwege, sichere Kreuzungsquerungen und ausreichend Abstellmöglichkeiten. Der Fußverkehr sollte von barrierefreien Gehwegen und attraktiven Ruheoasen in der Innenstadt geprägt sein. Teilweise in desolatem Zustand befindliche Gehwege müssen dringend saniert werden!
3. Ein großer Vorteil ist, dass Würzburgs Innenstadt sehr leicht fußläufig zu erkunden ist. Unsere Stadt bietet enorm viel Historisches und steht für eine hohe Lebensqualität. Würzburg bietet mit dem Main, den Weinbergen und den Grün- und Waldflächen sehr hohe Erholungsfaktoren. Außerdem machen Würzburg die vielen engagierten Menschen und Initiativen aus. Würzburg bietet alles, ohne Großstadtprobleme zu haben! Zur Weißglut treibt mich, wenn gute Ideen zu lange bürokratische Wege gehen müssen und so engagierten Menschen oft die Luft aus den Segeln genommen wird. Außerdem die hohen Mieten und Immobilienpreise und der Profilierungsdrang mancher politisch Verantwortlicher.
Stefan Mußmächer | CSU
53 Jahre, Gastronom
1. Kultur muss wieder mehr Chefsache werden, der Begriff Kultur neu gedacht und formuliert werden. Würzburg muss mit der Zeit gehen, Förderung für alle Kulturschaffenden ist wichtig! Die Veranstaltungshalle muss schnellstmöglich gebaut werden. Ein friedliches Miteinander von Nachtleben und auch Einbeziehung und Rücksichtnahme auf Anwohner ist mir wichtig, in der Sanderstraße sind wir seit Jahren in einem guten Austausch. Generell muss die Barkultur mehr Anerkennung erfahren, wir Gastronomen leisten hier eigen- verantwortlich viel, was aber wenig gesehen wird.
2. Die Linie 6 muss kommen, und das bald!!! Ebenso ist ein weiterer Ausbau der Radwege unumgänglich, der ÖPNV muss einfacher, strukturiert und bezahlbarer, die Einrichtung von Pendlerparkplätzen vorangetrieben werden. Auch die Frage der tatsächlichen Nachhaltigkeit muss in vielen Fällen neu gedacht werden!
3. Ich bin geborener Würzburger, ich lebe hier und liebe diese Stadt. Würzburg ist für mich Heimat, weil hier die Energie der Sanderstraße direkt auf fränkische Tradition trifft. Als Gastronom liebe ich es, wenn junge Leute das Leben feiern, während ein paar Meter weiter die Geschichte der Stadt spürbar bleibt – diese Mischung aus pulsierendem Kiez und zeitloser Beständigkeit macht Würzburg für mich einzigartig. In drei Schlagworten: Würzburg ist genussvoll, geschichtsträchtig, lebendig. Zur Weißglut treibt mich dieses chronische Gemecker und die Kleinstadt-Mentalität, bei der oft erst das Haar in der Suppe gesucht wird, statt das Leben zu feiern. Was auch ein absolutes No-Go ist, sind die ganzen Flops wie das Mainfrankentheater und andere Millionengräber. Hier muss dringend agiert werden, diese Kostenexplosion ist den Bürger:innen nicht länger zuzumuten. Es fehlt oft das Augenmaß, auch bei der oft anzutreffenden „Vetterleswirtschaft“ gehört aufgeräumt. Generell brauchen wir mehr Optimismus, weniger Jammern und mehr Anpacken und Umsetzen – dafür stehe ich.
Wolfgang Weier | FWG
53 Jahre, Stadtmarketing-Geschäftsführer
1. Würzburgs Kulturszene ist lebendig, aber benötigt Raum, Struktur und politischen Rückenwind. Wir brauchen eine Nightlife-Kommission, die Club- und Barbetreiber, Veranstalter und Anwohner an einen Tisch bringt. Nachtleben ist Wirtschaftsfaktor, Kulturraum und Identitätsstifter. Konkret setze ich mich ein für ein Kultur- und Kreativ-Quartier auf dem Faulenberg-Areal mit bezahlbaren Ateliers, Proberäumen, Werkstätten für die freie Szene und gerne auch einem neuen autonomen Kulturzentrum. Die Stadt muss zudem den Dachverband freier Kulturträger strukturell stärken. Das Kulturreferat sollte runde Tische der verschiedenen Kulturschaffenden koordinieren und daraus eine Gesamtstrategie entwickeln. Und: Die Multifunktionshalle muss endlich kommen! Würzburg verliert seit Jahren Großevents an andere Städte. Das ist kulturell und wirtschaftlich ein Desaster.
2. Mobilität beginnt mit Wahlfreiheit. Wir setzen auf Erreichbarkeit mit dem Verkehrsmittel der eigenen Wahl, deshalb braucht Würzburg ein modernes P&R-System mit Kombiangeboten zum Umstieg auf ÖPNV, Bike- oder Carsharing. Würzburg ist bereits „Stadt der kurzen Wege", dennoch kann die Fußgängersituation v.a. durch Beschattung und Barriere freiheit optimiert werden. Außerdem: Ausbau von Bike- und Carsharing- Angeboten und Preiserhöhungen beim ÖPNV nur im Rahmen der Inflation – Mobilität darf kein Luxus werden.
3. Würzburg ist jung und vital mit dem Angebot einer Großstadt, aber der Überschaubarkeit einer Mittelstadt. Unser kulturelles und historisches Erbe, die vielen inhabergeführten Geschäfte und Lokale, die saisonalen Events – das macht Würzburg besonders. Zur Weißglut treibt mich Bürokratie, die Innovation ausbremst. Und: Wir brauchen dringend Fassadenbegrünung öffentlicher und privater Gebäude sowie mobiles Grün auf dem Marktplatz– Klimaresilienz ist keine Kür, sondern Pflicht.
Christoph Schröder | Volt
35 Jahre , Referatsleiter für Digitalisierung, IKT
1. Ich will Kultur, Nachtleben und kreative Szenen besser vernetzen. Das bedeutet, dass wir weniger nebeneinander her, sondern mehr gemeinsam planen. Ich freue mich über den Erhalt der Posthalle, da hier – etwa mit dem Immerhin, Ateliers und Proberäumen – relevante Kulturarbeit stattfindet. Allerdings braucht die Subkultur endlich einen sicheren Ort für Veranstaltungen, damit alternative Kulturangebote dauerhaft Platz in unserer Stadt haben. Die Sanderstraße als Kneipenstraße ist wichtiger Bestandteil des Würzburger Nachtlebens. Die Nachtmediatoren der Stadt sind ein starkes Signal, wie man die Interessen von Anwohnern und Feiernden in Einklang bringen kann.
2. Laut Mobilitätsbefragung der Uni Würzburg gibt es Verlagerungspotenzial vom Auto auf ÖPNV oder Rad: In Würzburg ist die nächste Haltestelle im Schnitt nur 4,3 Gehminuten entfernt – das ist ein guter Anfang. Ich möchte weiter, dass wir sichere, lückenlose Radwege und Fahrradstraßen ausbauen. Zudem soll ein Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof errichtet werden. Darüber hinaus muss endlich die Straßenbahnlinie 6 kommen, das wichtigste Würzburger Mobilitätsprojekt! Mithilfe von Echtzeitdaten wollen wir Verkehrsflüsse analysieren und damit einen „digitalen Zwilling“ – also ein virtuelles Abbild unserer Stadt - speisen, um die Verkehrsplanung zu verbessern.
3. Seine Offenheit macht Würzburg lebenswert: Viele Menschen engagieren sich ehrenamtlich und halten die Stadt zusammen. Zur Weißglut bringt mich, wenn Parteien aus Eigeninteresse klüngeln oder blockieren und damit Vertrauen in die Demokratie untergraben. Das ist Wasser auf die Mühlen der Erzählung vom „dysfunktionalen Staat“. Ob Staat und Demokratie funktionieren, entscheidet sich für die Menschen im Alltag: vom geleerten Mülleimer bis zur Strabalinie 6.
Barbara Meyer | Die Linke
64 Jahre, Stadträtin/Fraktionsvorsitzende
1. Kultur ist für mich der Herzschlag Würzburgs. In Gesprächen mit Kulturschaffenden, Clubbetreiberinnen und Ehrenamtlichen sehe ich, wie sehr sie unter hohen Mieten, fehlenden Räumen und unnötiger Bürokratie leiden. Ich will, dass die Stadt leerstehende Gebäude endlich für Kultur öffnet und Förderungen einfacher und verlässlicher werden. Clubs und Livemusikorte sind Kulturorte – sie müssen in der Stadtplanung geschützt und mitgedacht werden. Würzburg hat enormes kreatives Potenzial. Ein ständiges Kulturforum würde Szene, Verwaltung und Politik zusammenbringen und Probleme lösen, bevor sie eskalieren. Mein Ziel ist klar: Kultur soll hier nicht kämpfen müssen, sondern aufblühen.
2. Ich bin viel zu Fuß und mit dem Rad unterwegs und weiß, wie wichtig sichere Wege und ein verlässlicher ÖPNV sind. Mobilität darf kein Luxus sein. Deshalb setze ich mich für sozial gestaffelte Tickets, bessere Takte und barrierefreie Haltestellen ein. Radwege müssen durchgängig und sicher sein – keine Stückwerke mehr. Mehr Platz für Menschen statt für Blech macht Würzburg lebenswerter. Eine echte Verkehrswende gelingt nur, wenn niemand abgehängt wird: Erst Alternativen stärken, dann Autoverkehr reduzieren. Mobilität ist für mich ein soziales Thema.
3. Lebenswert ist für mich die Mischung aus Tradition und junger Energie, die kurzen Wege, der Main und die vielen engagierten Menschen, die Würzburg prägen. Zur Weißglut bringt mich, dass Wohnen unbezahlbar wird, soziale Projekte und Kulturinitiativen ständig um ihre Existenz kämpfen und Entscheidungen oft zu langsam fallen. Ich kandidiere, weil ich überzeugt bin, dass Würzburg gerechter, mutiger und offener sein kann – und weil ich diese Stadt liebe und weiterentwickeln will.
Wolfgang Baumann | ZfW
76 Jahre, Rechtsanwalt & ZfW-Stadtrat
1. Ich möchte leerstehende Gebäude temporär für Kulturprojekte öffnen, für Künstlerateliers, Proberäume, Pop-up-Clubs, Poetry Slams, Diskussionsplattformen. Stipendien für Multimedia-Kunst, Pop-up-Events und DJ-Battle. Vernetzung der Kultur-/Nachtlandschaft durch regelmäßige Round-Tables für Clubs & Bars und Kulturinitiativen, Theaterszene sowie Live-Musik-Locations. Intensive Online-Koordination mit Stadtverwaltung.
2. Nacht-Shuttle-Service auch zwischen Locations zur Verbesserung der Nachtanbindung sollte angestrebt werden. Generell: Die von mir mitbeschlossene Mobilitätsplanung der Stadt sollte möglichst schnell umgesetzt werden. Das gilt für die Straßenbahn-Projekte nach Grombühl und ins Hubland. Weiterzuarbeiten ist an der noch besseren Taktung von Straßenbahnen und Bussen. Sichere Schulwege und Fahrradparkhäuser, weiterer Ausbau der Rad-Magistralen. Gehwege verbreitern und barrierefrei machen.
3. Würzburg ist eine lebendige, weltoffene Stadt mit hoher Genusskultur und einem lieblichen Stadtbild. Sie ist lebenswert wegen – trotz ihrer übersichtlichen Größe - vielfältiger Kulturangebote, u.a. des Mainfranken Theaters mit Schauspiel, Oper und Tanzensemble, der mittelgroßen und kleineren Musik- und Theaterszene, mehrerer professioneller und Laien- Sinfonieorchester, beachtlicher Museen, der Musikhochschule und einer sehr belebten Kleinkunstszene. Highlights sind für mich das Mozartfest, das Bachfest und der Hafensommer sowie das Filmfest. Zur Weißglut treibt mich, wenn in der Marktgarage die Toiletten völlig verdreckt sind oder der Aufzug wieder einmal nicht funktioniert.









