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Manchmal beginnt alles mit einem Gefühl von Freiheit. Anfang der 90er entschied sich Kalle, seinen eigenen Weg zu gehen und gründete 1991 Xdream. Seitdem ist sein Store für Textilprint fester Bestandteil der Würzburger Innenstadt – von der Herzogenstraße bis in die Gerberstraße. Wir sprachen mit ihm über die Anfänge, prägende Momente und das, was ihn bis heute antreibt.
35 Jahre sind eine lange Zeit – wie hat 1991 alles begonnen?
Ich war 1990 auf einer kleinen Weltreise und durch das Erlebte in Kanada, Hawaii, Neuseeland und Fidschi, war der Freiheitsgedanke so groß, dass ich nach meiner Rückkehr meinen Job im Angestelltenverhältnis gekündigt habe, obwohl ich noch gar nicht wusste, worauf das hinausläuft. Ich wusste nur, dass es etwas im Bereich von Sport, Mode oder Musik sein sollte – ganz nach meinem Motto „Folge der Freude". Und ich wollte unbedingt etwas mit einem langjährigen Freund, der schon Erfahrungen im Bereich Einzelhandel hatte, auf die Beine stellen. Er hatte dann schließlich auch die Idee, mit dem Fotodruck zu starten.
Der Weg in die Selbstständigkeit ist am Anfang oft steinig. Wie hast du die ersten Jahre erlebt?
Die waren ehrlich gesagt nicht ganz einfach. Freie Ladenflächen waren damals in Würzburg Mangelware. Ich bin schließlich bei „Viele Grüße“ in der Herzogenstraße untergekommen und habe mir den Laden zunächst geteilt. 1999 bin ich dann in die Gerberstraße 2 gezogen und 2014 schließlich nach schräg gegenüber, wo man mich bis heute findet. Am Anfang lag der Fokus ganz klar auf Fotodruck auf T-Shirts. Viele Leute wollten ihre eigenen Ideen und Motive umsetzen, oft als Einzelstücke oder persönliche Geschenke. Mit der Zeit hat sich das Ganze weiterentwickelt. Es kamen Firmenaufträge dazu, Vereinskleidung und schließlich auch Sieb- und Flockdruck. Das Geschäft wurde breiter und professioneller.
Du hattest auch noch einen Plattenladen. Wie kam es dazu?
Meine Liebe galt schon seit Kindheitstagen der Musik und dem Sport. Ich entstamme ja einer Zeit, den 70ern, wo es noch Schallplatten gab. Diese verschwand aber im Laufe der Zeit und wurde durch CDs ersetzt. Anfang der 90er gab es im Bereich der elektronischen Musik dann aber einen Boom mit Vinyl. Viele junge Menschen wollten irgendetwas mit Musik, Partys oder Mode machen. Es war eine starke Energie und Dynamik in Würzburg.
In so vielen Jahren sammeln sich auch Geschichten an. Gibt es eine Anekdote, die dir besonders in Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es einige Stories. Eine davon stammt aus den 90ern, als wir Shirts für die Tour einer bekannten Band gedruckt haben. Wir hatten 100 Stück produziert und am Ende fast keine verkauft, weil dort Kontrollen vom Gewerbeaufsichtsamt stattfanden und neben uns der offizielle Merch mit aufwendigem Mehrfarbdruck angeboten wurde. Da war schnell klar, dass wir da nicht mithalten können. (lacht) Als 2016 „Lommbock“ in Würzburg gedreht wurde, durfte ich Shirts für eine Filmszene bedrucken. Das schönste Erlebnis war aber, als ich eine Agentur beauftragt hatte, Gutscheine für einen Fotodruck zu verteilen. Dadurch lernte ich die Frau kennen, die später die Mutter unseres gemeinsamen Sohnes wurde.
Wenn du heute zurückblickst: Was hat Xdream über all die Jahre getragen?
Die vielen Begegnungen mit Menschen, die ich durch das Geschäft im Laufe der Jahre hatte, waren wunderbare, schöne Erfahrungen und haben mein Leben geprägt und bereichert. Zu vielen Menschen habe ich immer noch Kontakt und es sind auch viele tiefe Freundschaften entstanden.
Oft prägen persönliche Vorlieben den Look eines Ladens. Der Indianer ist zu deinem Markenzeichen geworden – was hat es damit auf sich?
Der steht seit Anfang der 90er bei mir. Seit frühester Kindheit fühle ich mich mit diesem besonderen Volk zutiefst verbunden. Ich mag ihr raues Leben im Einklang mit der Natur, den Freiheitsgedanken, ihre Sicht auf die Welt und habe tiefes Mitgefühl für ihr Schicksal.
Zum Abschluss darf natürlich die Frage nach der Zukunft nicht fehlen. Wie geht es weiter?
Open end or rapid end? Only God knows … Love & Peace!