Im Frühjahr 1685 kommen zwei künstlerische Größen fast zeitgleich zur Welt: Georg Friedrich Händel in Halle, Johann Sebastian Bach in Eisenach. Kaum 30 Tage und wenige Kilometer trennen sie – und doch hätten ihr Lebensweg und ihre Musik unterschiedlicher nicht sein können. Die Würzburger Bachtage bringen die Werke dieser zwei Meister in einen spannungsreichen Dialog. Das Publikum darf sich auf inspirierende Konzerte, geistliche Musik, musikalische Entdeckungen und neue Perspektiven freuen.
Die beiden wohl bekanntesten Komponisten der Barockzeit sind sich persönlich nie begegnet. Händel, den Lebemann, zog es nach England, wo er eine Oper nach der anderen auf die Bühne brachte. Und der vermutlich erste Popstar der Geschichte wurde. Bach, der Gelehrte, blieb Zeit seines Lebens im thüringisch-sächsischen Raum, wo er außergewöhnliche Werke vor allem in der Tradition der mitteldeutschen Kirchenmusik schuf.
Bachs Musik gleicht einer Kathedrale aus Tönen: von innerer Logik getragen, voller polyphoner Verflechtungen und spiritueller Tiefe. Händels Werke dagegen atmen den Glanz der Bühne – er setzt auf Emotionen und Breitenwirkung. Wo Bach Glauben und Ordnung in Klängen verdichtet, entfacht Händel Leidenschaft und theatralische Geste.
Die Bachtage eröffnen einen musikalischen Begegnungsraum und laden dazu ein, die beiden Komponisten nicht nur getrennt zu bewundern. Auf dem Programm stehen z.B. Händels selten zu hörendes Oratorium „Dixit Dominus“, eine Vertonung des Psalms 110 und sein erstes gewichtiges Werk auf dem Gebiet der Kirchenmusik, sowie der dritte Teil seines durchaus bekannteren Oratoriums „Messiah“. Festlichen Glanz entfaltet Bachs „Weihnachtsoratorium“, das auch in einer liebevoll gestalteten Fassung für Kinder zur Aufführung kommt.
Neben den großformatigen Werken dieser beiden barocken Genies warten weitere musikalische wie dramaturgische Höhepunkte: die charmante Bühnenkomödie „Mögliche Begegnung von Bach und Händel“ als szenische Lesung, ein virtuoses Kammerkonzert mit Martin Stadtfeld und Maurice Steger sowie ein Moment des Innehaltens: das Gedenken an den 100. Geburtstag des Würzburger Komponisten Bertold Hummel.
Tickets sind über die Webseite erhältlich.
Einige der Programm-Highlights
Sa., 22.11., 19 Uhr, St. Johanniskirche: Oratorium I | G. F. Händel „Dixit Dominus“ und „Messiah“ Teil III
So., 23.11., 17 Uhr, St. Johanniskirche: Komödie mit Musik | „Mögliche Begegnung“ von Paul Barz
Di., 25.11., 19 Uhr, Großer Saal der Musikhochschule: Kammerkonzert | Mit Werken von J. S. Bach, G. F. Händel u. a.
Sa., 29.11., 19 Uhr, St. Johanniskirche: Oratorium II | J. S. Bach „Weihnachtsoratorium“, Kantaten 1, 5 und 6