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© Gregor Hohenberg
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© Stadt Wertheim
Wenn German Brass die Bühne der Burgruine Wertheim betritt, begegnen sich historische Architektur und eine Ensemble-Kultur, die das Blechbläser-Spiel maßgeblich definiert hat. Was 1974 als klassisches Quintett begann, entwickelte sich zum erfolgreichsten Brass-Ensemble Europas. Die Formation füllt heute eine Nische, die sie selbst geschaffen hat: Mit nur zehn Solisten entfaltet sie eine Klangkraft, die sonst nur großen Orchestern vorbehalten ist.
Der Erfolg des Ensembles fußt nicht auf bloßer Lautstärke, sondern auf einer spezifischen Form der klanglichen Alchemie. Jeder der Musiker agiert auf internationalem Solisten-Niveau, doch im Kollektiv ordnen sie sich einem Gesamtklang unter, der die Flexibilität eines Jazz-Combos mit der Wucht eines Sinfonieorchesters paart. Dieses Fundament erlaubt es der Gruppe, Repertoiregrenzen fast beiläufig zu ignorieren. Und so fächert sich das Programm entsprechend weit auf:
Von der kontrapunktischen Strenge eines Johann Sebastian Bach bis hin zu den opulenten Klangstrukturen Richard Wagners spannt sich der Bogen hin zu modernen Evergreens von Frank Sinatra oder Ray Charles. Ein wesentlicher Teil dieser Identität sind die maßgeschneiderten Arrangements, die eigens für das Spitzenensemble geschaffen werden. Sie sind keine bloßen Transkriptionen, sondern Neudeutungen, die die individuellen Fähigkeiten der zehn Virtuosen exakt ausreizen.
So entstehen Klangfarben, die weit über das herkömmliche Spektrum von Trompete, Horn, Posaune und Tuba hinausgehen. Den atmosphärischen Rahmen abseits der Partituren gestaltet Klaus Wallendorf. Mit seinen geistreichen Conférencen führt der Hornist der Berliner Philharmoniker humorvoll durchs Programm und begeistert das Publikum immer wieder aufs Neue mit sprachlichem Witz und dialektaler Treffsicherheit.
Seine Beiträge sind keine Pausenfüller, sondern bilden das intellektuelle Pendant zur musikalischen Brillanz. In der einzigartigen Kulisse der Wertheimer Ruine verdichtet sich dies zu einem Abend, der zeigt, warum German Brass seit fünf Jahrzehnten die internationale Spitze besetzt: Es ist die seltene Verbindung aus handwerklicher Perfektion und einer tiefen, unprätentiösen Spielfreude.
Tickets für das Konzert sind über die Webseite erhältlich.
Weitere Burg-Highlights
So., 21.6.: Der Barbier von Sevilla – Mozartfest Würzburg
So., 5.7.: Schneeberger & Bacanic Quartett
Fr., 7.8.: Cobario – Strings On Fire