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Es gibt Städte, die wachsen einem sofort ans Herz. Mainz gehört dazu – erst recht, wenn man aus Würzburg kommt. Denn vieles wirkt erstaunlich vertraut: die Nähe zum Wasser, die Liebe zum Wein und diese entspannte Art, das Leben zu genießen. Genau deshalb wird es Zeit für einen Besuch bei Verwandten. Der Main fließt ja sowieso schon vor.
Wer am Samstagmorgen zwischen Blumenständen und regionalen Spezialitäten über den Mainzer Wochenmarkt schlendert, erlebt ein vertrautes Déjà-vu, denn in unmittelbarer Nähe lädt das Marktfrühstück zum ersten Glas Wein ein. Im Grunde wie der Brückenschoppen – nur eben auf Mainzer Art. Eine Gemeinsamkeit, die sofort verbindet. Die ewige Debatte um Bocksbeutel oder Schlegelflasche bleibt zwar auch hier ungelöst, endet aber garantiert mit einem zweiten Glas.
Die Mainzer selbst nennen es „mainzgefühl“, ein Zustand aus Offenheit und Herzlichkeit, der dem fränkischen Gemüt ziemlich ähnlich ist. Man gönnt sich ja auch gegenseitig den historischen Ruhm: Wo Würzburg mit Röntgen punktet, glänzt Mainz mit Gutenberg und der Medienrevolution. Dieses stolze Erbe wird in den Gassen der Altstadt allerdings ohne große Allüren zelebriert. Man treibt einfach von Café zu Café, bis das Kopfsteinpflaster an die Kaimauer führt.
Wenn die Menschen mit einer Flasche Wein am Rheinufer sitzen und den Sonnenuntergang beobachten, schließt sich der Kreis. Es fühlt sich fast an wie auf der Alten Mainbrücke. Nur ist der Fluss hier eben ein bisschen breiter geworden. Am Ende bleibt eigentlich nur ein logischer Schluss: Der Würzburger Bobbes gehört dringend mal nach Mainz bewegt.
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