© VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Rainer Wengel
Seit mehr als zwei Jahrzehnten ist sie im Museum im Kulturspeicher zu sehen: die Sammlung „Peter C. Ruppert – Konkrete Kunst in Europa nach 1945“. Als Dauerleihgabe prägt sie das Haus seit 2002 und gilt in ihrer Vielfalt als eine der bedeutendsten Sammlungen Konkreter Kunst in Europa. Nun lenkt der zweite Teil der Neupräsentation den Blick auf ein Thema, das sich eindeutigen Zuschreibungen bewusst entzieht: das Relief.
In der überarbeiteten Ausstellung steht jene Kunstform im Mittelpunkt, die sich zwischen Fläche und Raum bewegt. Reliefs lösen sich aus der Zweidimensionalität des Bildes, treten plastisch hervor und bleiben doch mit der Wand verbunden. Gerade diese Ambivalenz macht ihren Reiz aus: Sie sind weder klassische Malerei noch reine Skulptur, sondern bewegen sich dazwischen – und fordern vertraute Sehgewohnheiten heraus.
Im Dialog dazu öffnet sich der Blick auf die „Zürcher Konkreten“, deren Werke den angrenzenden, ebenfalls neu gestalteten Ausstellungsraum prägen. Künstlerinnen und Künstler wie Max Bill, Richard Paul Lohse, Camille Graeser oder Verena Loewensberg zählen zur Gründergeneration der Konkreten Kunst. Mit ihren streng komponierten, zugleich überraschend lebendigen Arbeiten beeinflussten sie die Entwicklung dieser Kunstrichtung weit über die Schweiz hinaus.
Besonders anschaulich zeigt sich der thematische Zusammenhang am Pyramidenrelief des Künstlers Hans-Jörg Glattfelder. Die Arbeit macht sichtbar, wie sich Konkrete Kunst zwischen Fläche und räumlicher Wirkung entfalten kann – und verweist zugleich auf das Spannungsverhältnis, das die Ausstellung prägt. So treten beide Sammlungsräume miteinander in Austausch und verbinden sich zu einem Gesamterlebnis, das den Blick auf Konkrete Kunst neu schärft.
Eröffnung am Freitag, den 26. Juni 2026 um 19 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.