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© Privatsammlung Deutschland, Foto: Grisebach, Fotostudio Bartsch
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© Von der Heydt-Museum Wuppertal,Foto: Medienzentrum Wuppertal
Das Museum im Kulturspeicher widmet Carl Grossberg, einem der bedeutendsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit, eine umfangreiche Retrospektive. Die Ausstellung vereint rund 50 Gemälde und etwa 100 Arbeiten auf Papier.
Nach seinem Studium am Bauhaus fand der Maler in Sommerhausen seine künstlerische Heimat. Dort entstand der größte Teil seiner Gemälde: menschenleere, geometrisch strenge Ortsansichten ebenso wie Bilder von Maschinen und Industrieanlagen. Viele seiner Motive führen durch die Region, von Würzburg über Kitzingen bis nach Marktbreit. Gerade die technische Welt faszinierte ihn. Seine Hallen, Kessel und Maschinen erscheinen in klaren, präzisen Formen, doch seine Bilder sind keine unkritische Verherrlichung des Fortschritts.
Der Mensch fehlt in vielen von ihnen, zugleich stellt sich die Frage nach der Beherrschbarkeit einer immer komplexeren Maschinenwelt. In surrealen „Traumbildern“ treffen Technik und Natur schließlich unmittelbar aufeinander. So verbindet Grossberg sachliche Präzision mit einer magischen Bildwelt und zeigt eine Moderne, die faszinierend und zugleich widersprüchlich erscheint – was angesichts von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz erstaunlich gegenwärtig wirkt.
Begleitprogramm im Oktober
Neben Führungen an Sonn- und Feiertagen bietet das MiK vielfältige Zugänge zur Ausstellung: Am 4.10. entsteht in der offenen Werkstatt aus geometrischen Formen eine Stadtlandschaft. Der Dialog „Die Nervosität der Moderne“ beleuchtet am 8.10. den gesellschaftlichen Wandel durch technische Entwicklungen. Der Filmabend „Rhythmus der Moderne“ zeigt am 13.10. zwei Klassiker des Avantgarde-Kinos der 1920er-Jahre und greift damit filmisch ein immer wiederkehrendes Motiv des Künstlers auf. Eine Exkursion mit dem Fotografen Johannes Kiefer lädt am 17.10. ein, Würzburg mit den Augen Grossbergs zu erkunden.