© Denise Feser, UKW
Pflege ist einer der meistdiskutierten Berufe unserer Zeit und zugleich einer der am häufigsten missverstandenen. Ein Blick an das Uniklinikum Würzburg zeigt, was Pflege heute wirklich ausmacht: ein Beruf zwischen Fachkompetenz und Mitmenschlichkeit, zwischen Verantwortung und Teamarbeit – und einer, der für viele weit mehr ist als nur ein Job.
Wer als Pflegefachperson tätig ist, erlebt seinen Beruf oft anders, als er in der Öffentlichkeit dargestellt wird. Zwischen Schlagzeilen rund um Überlastung und romantisierten „Held:innen“-Bildern bleibt wenig Raum für die Realität des Alltags. Viele Pflegende fragen sich deshalb, ob sie sich in diesem Bild überhaupt wiederfinden und wie sie eigentlich gesehen werden möchten.
Anforderungen im Pflegealltag
Am Uniklinikum Würzburg zeigt sich, was Pflege heute wirklich bedeutet: ein anspruchsvoller Arbeitsbereich, der Fachwissen, Verantwortung und ein gutes Gespür für Menschen verbindet. Im Alltag heißt das, genau hinzuschauen, Situationen richtig einzuschätzen und Entscheidungen zu treffen, die unmittelbare Auswirkungen haben. Gleichzeitig gehört es zum Alltag, Gespräche zu führen, Sicherheit zu geben und Menschen auch in emotional herausfordernden Momenten zu begleiten.
Nur gemeinsam funktioniert es
Was die Arbeit besonders prägt, ist das Zusammenspiel im Team. Pflege findet am UKW nicht isoliert statt, sondern im engen Austausch mit Ärztinnen und Ärzten, Therapeutinnen und Therapeuten sowie vielen weiteren Berufsgruppen. Man stimmt sich ab, bringt unterschiedliche Perspektiven zusammen und trägt Verantwortung gemeinsam. Dieses Miteinander ist fester Bestandteil des Arbeitsalltags und sorgt dafür, dass jede und jeder Einzelne eingebunden ist.
Pflege – weil ich's kann
Diese Perspektive wird auch durch die Initiative „Pflege – weil ich's kann“ stärker sichtbar. Sie setzt genau dort an, wo das Bild des Berufs kritisch hinterfragt wird, und gibt denjenigen eine Stimme, die ihn täglich gestalten. Ziel ist es, die Wahrnehmung der Pflege sowohl nach innen als auch nach außen positiv zu beeinflussen, mit einem besonderen Fokus auf den eigenen Berufsstolz und ein Bild der Profession vermittelnd, das ihrer tatsächlichen Arbeit entspricht. Dabei geht es nicht nur um Darstellung, sondern auch um Beteiligung: Mitarbeitende bringen ihre Erfahrungen ein, teilen, was sie bewegt, und gestalten so das Bild ihres Berufs aktiv mit. Künftig sollen ähnliche Projekte auch für weitere Berufsgruppen am UKW initiiert werden.
Mehr als nur ein Job
Viele, die hier arbeiten, beschreiben genau daraus eine große Zufriedenheit mit ihrem Beruf. Nicht, weil er immer einfach ist, sondern weil er Sinn macht und weil sie sehen, was ihre Arbeit bewirkt. Es ist das Wissen, gebraucht zu werden, und die Erfahrung, sich auf das eigene Team verlassen zu können. Pflege am UKW ist deshalb mehr als ein Arbeitsplatz. Es ist ein Umfeld, in dem man sich fachlich weiterentwickelt, Verantwortung übernimmt und Teil eines starken Ganzen ist. Für viele ist es genau das, was sie gesucht haben – und der Grund, warum sie bleiben.
Universitätsklinikum Würzburg, Josef- Schneider-Str 2, Würzburg, Tel.: (0931) 2010
Ich wählte ganz aus freien Stücken einen Weg für mich aus. Kein andrer könnt mich so beglücken, denn ich fand meine Berufung heraus.
Mein Herz schlägt impulsiv und auch sehr laut für mein Denken und Handeln in der Pflege. Ich habe mir sehr viel aufgebaut, mit diesem anspruchsvollen Job, in dem ich täglich alles gebe.
Ich habe gelernt zu helfen und zu heilen und das mit großer Professionalität. In Sekunden ist es mir möglich zu beurteilen, ob gerade ein Problem im Raum steht.
Ich trage Verantwortung und muss entscheiden mit sehr viel Herz und viel Verstand. Was ist jetzt wichtig, was muss ich vermeiden?! Welche ist die richtige Infusion, welcher der richtige Verband?
Das alles kann ich nicht alleine, die Last ist für ein paar Schultern viel zu schwer. Wir sind vor Ort ein starkes Team und auch interdisziplinär.
Ich bin ein Teil von einem großen starken WIR. Ich helfe dir und du hilfst mir. Hand in Hand geht es voran. Meine Profession: Die Pflege – weil ich‘s kann.
Auszug aus einem Gedicht von Angela Völker, Stationsleitung der Station 3 West der Neurochirurgischen Klinik & Poliklinik des UKW.