Wenn sich die Blätter verfärben und die Erde nach Herbst duftet, zieht es viele Menschen in den Wald. Pilzesammeln bedeutet Ruhe, Entschleunigung und zugleich kulinarische Entdeckung. Zwischen alten Baumstämmen und Lichtungen warten Steinpilze, Maronenröhrlinge, Pfifferlinge oder Parasole auf geduldige Sammlende. Bei all der Vorfreude auf den potentiellen Genuss sollte man jedoch auch die Gefahren nicht aus den Augen verlieren.
Gefährliche Doppelgänger
Viele Pilze haben gefährliche Doppelgänger. Besonders tückisch sind die Knollenblätterpilze: Ob grün, weiß oder kegelhütig – sie ähneln harmlosen Speisepilzen wie Champignons oder Schirmlingen oft bis ins Detail und können schon in kleinsten Mengen tödlich wirken. Immer wieder landen Menschen im Krankenhaus, weil sie sich beim Sammeln auf Apps, ungenaue Erinnerungen oder gut gemeinte Tipps verlassen.
Kostenlose Beratung in Würzburg
Sicherheit bietet die kostenlose Pilzberatung der Stadt Würzburg. Erfahrene Sachverständige begutachten Funde, nehmen Bestimmungen vor und geben Tipps zur richtigen Zubereitung. Willkommen sind Anfängerinnen wie Fortgeschrittene und Familien, die ihren Kindern zeigen wollen, wie man verantwortungsvoll mit der Natur umgeht. Die Würzburger Pilzberatung ist während der Saison regelmäßig geöffnet und bietet kostenlose Prüfungen an.
Pilzfreunde Mainfranken
Auch die geprüft en Pilzberaterinnen und Pilzsachverständigen der Pilzfreunde Mainfranken e.V. helfen kostenfrei beim sicheren Bestimmen – vorausgesetzt, die Kollektion ist vollständig, sauber und übersichtlich (mit ganzen Fruchtkörpern). Neben geführten Exkursionen bietet der Verein monatliche Treff en an, bei denen auch Nichtmitglieder willkommen sind. Termine und Kontakte findet man auf der Vereinswebseite.
Nachhaltig sammeln
Pilze gehören zu einem unterirdischen Netzwerk, dem Myzel. Wer achtsam sammelt, dreht sie vorsichtig heraus und lässt die Entnahmestelle intakt. Nur so bleibt das Myzel erhalten und kann im nächsten Jahr wieder Früchte tragen. Nachhaltigkeit bedeutet hier: genießen, ohne zu zerstören.
Mehr Informationen und Termine: www.wuerzburg.de/pilzberatung | www.pilzfreunde-mainfranken.de
Beliebte Pilzsammelspots in Würzburg
Würzburger Stadtwald mit Laub- und Mischbeständen, in denen Steinpilze und Parasole gefunden werden können.
Irtenberger/Guttenberger Forst: Großes Waldgebiet südwestlich von Würzburg mit vielfältigen Vorkommen; im Irtenberger Forst befindet sich das erste bayerische Pilzschutzgebiet.
Wald bei Sommerhausen: Buchen- und Mischwald, mit etwas Glück kann man dort Steinpilze und Maronen-Röhrlinge finden.
Kürnacher / Rimparer Wald: Bekannt für Maronen, Pfifferlinge und Steinpilze.
Großlangheimer Wald: Bekannt für Steinpilze, Pfifferling und Maronen.
Nur für den Eigenbedarf sammeln, Tiere nicht stören, Natur respektieren und bewahren