Wenn die Tage kürzer werden und die Weinberge im mild-goldenen Licht schimmern, beginnt in Franken eine ganz besondere Jahreszeit: die Zeit des Federweißen. Für viele ist dieser erste Vorbote des neuen Weinjahres mehr als nur ein Getränk - er ist Sinnbild für Geselligkeit, Erntefreude und den nahenden Herbst. Der süffige Traubenmost in Gärung prickelt leicht, schmeckt je nach Reifegrad mal süß, mal herb. Kein Wunder, dass er in Würzburg und Umgebung fester Bestandteil der herbstlichen Kultur ist.
Ein Getränk mit Geschichte
Früher galt Federweißer als Bauerngetränk - er wurde direkt im Weinberg getrunken, noch bevor er sich überhaupt „Wein" nennen durfte. Heute ist er ein saisonales Highlight, das es nur wenige Wochen im Jahr gibt. Die typische milchige Trübung entsteht durch die noch aktiven Hefen, die dafür sorgen, dass der Wein weitergärt. Deshalb gilt: Federweißer sollte kühl aufbewahrt und innerhalb weniger Tage getrunken werden.
Von den Reben direkt ins Glas
Besonders spannend: Der Federweißer stammt fast immer direkt aus der Region. In Würzburg und den umliegenden Winzerdörfern wird er frisch ausgeschenkt - oft nur wenige Tage nach der Lese. Diese Nähe macht ihn zu einem authentischen Produkt des Herbstes, das die Arbeit der Winzerinnen und Winzer unmittelbar erlebbar macht. Federweißer ist nur wenige Wochen im Jahr erhältlich, sein Geschmack verändert sich von Tag zu Tag - von lieblich-frisch bis hin zu kräftig-würzig.
Feste und Begegnungen
in wurzburg selbst laden zahlreiche syeinstuden und heckenwrscharen im Herost zum Federweißer Trinken ein. Rund um die Stadt gibt es kleine Feste, die das Getränk zelebrieren - mit Musik, regionalen Spezialitäten und geselligem Miteinander. Für viele ist es die Zeit, in der man nach den heißen Sommermonaten wieder enger zusammenrückt.
Perfekter Begleiter: Zwiebelkuchen
Kein Federweißer ohne Zwiebelkuchen - diese fränkische Liaison ist legendär. Der herzhafte Kuchen mit seiner cremigen Zwiebel-Eier-Schmand-Mischung und dem leichten Kümmel harmoniert perfekt mit der Süße und Frische des Federweißen.
Fränkischer Zwiebelkuchen
Zutaten (für ein Blech):
500 g Mehl
1 Würfel Hefe
250 ml lauwarme Milch
2 EL Öl
1 TL Salz
1 kg Zwiebeln
200 g durchwachsener Speck (optional)
3 Eier
200 g Schmand
200 g Sauerrahm
Salz, Pfeff er, Kümmel
Zubereitung:
Hefe in Milch aufl ösen, mit Mehl, Öl und Salz zu einem Hefeteig verkneten und ca. 30 Minuten gehen lassen. Zwiebeln in feine Ringe schneiden, mit Speckwürfeln glasig dünsten. Abkühlen lassen. Eier mit Schmand und Sauerrahm verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Kümmel würzen, Zwiebelmasse unterheben. Hefeteig auf ein gefettetes Blech geben, gleichmäßig bestreichen. Bei 200 °C (Ober-/Unterhitze) ca. 40 Minuten goldbraun backen. Am besten noch warm mit Federweißer servieren.