© Rainer Wengel
Freiheit, Liebe und Emotionen – jene im modernen Hollywoodkino immer präsenten und stellenweise vielleicht als überstrapaziert wahrgenommenen Leitmotive greift Jean-Luc Godards Film „Pierrot le fou“, auf Deutsch „Elf Uhr nachts“, ebenfalls auf. Allerdings spielt der Film mit den Erwartungen, die mit diesen Emotionen verbunden sind, sowohl erzählerisch als auch filmisch. Er erzählt nicht nur von diesen Motiven, sondern macht sie durch seine stellenweise schwer zu greifende Form spürbar. Durch teilweise assoziative, philosophische und kryptische Dialoge, gepaart mit einer fragmentarischen Handlung, erzeugt Godard ein mitreißendes und zugleich komplexes Erlebnis. Wer sich die Freiheit nimmt, sich auf diese Mischung aus Roadmovie, Liebesdrama und filmischen Experiment einzulassen, erlebt die vielen Facetten der Freiheit in ihrer unberechenbaren Schönheit hautnah.