© A. Büttner
Marta Barcelós Kammerspiel nähert sich einem vertrauten Thema aus ungewohnter Perspektive. Ausgangspunkt ist eine vertraglich geregelte „Mutter-Tochter-Beziehung“, in der Zuwendung und Empathie klar definiert sind. Was zunächst sachlich wirkt, wirft schnell Fragen auf: Wie viel Nähe lässt sich organisieren – und wo beginnt echte Verbindung? Im Mittelpunkt steht die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, die im Alltag oft komplexer ist als gedacht.
Zwischen Erwartungen und dem Wunsch nach Identität entwickelt sich ein Stück, das nüchtern beobachtet, ohne an Tiefe zu verlieren. Dabei geht es weniger um große Gefühle als um die feinen Verschiebungen im Miteinander. „Madre®“ fragt, ob sich emotionale Bindung planen lässt – oder ob sie immer ein fragiles Geflecht bleibt. Eine vielschichtige Erkundung von Bedürftigkeit und Großzügigkeit jenseits konventioneller Familienbilder.