© Markus Rakowsky
Ödön von Horváths Stück erzählt die tragische Befreiungssuche der jungen Marianne, die sich der geplanten Ehe mit dem biederen Fleischhauer Oskar entziehen will. Gegen den Willen ihres Vaters folgt sie dem verführerischen Alfred, einem charmanten, aber windigen Glücksritter. Was als Aufbruch in ein neues Leben beginnt, entpuppt sich rasch als gefährliche Illusion. Marianne rutscht immer tiefer in soziale Not und landet schließlich als Tänzerin in einem Nachtlokal.
Horváth verwebt diese Abwärtsbewegung mit einer scharf gezeichneten Galerie von Nebenfiguren, deren Höflichkeit nur dünner Lack über Brutalität und Gleichgültigkeit ist. So entsteht ein packendes, berührend bitteres Sittengemälde, dessen erzählerische Wucht bis heute nachhallt. Begleitet wird die Aufführung von einer kleinen Musikkapelle, die mit Songs vom Wiener Walzer bis Tom Waits und Nick Cave den Soundtrack liefert.