Wolfram Lotz’ „Die Politiker“ ist kein klassisches Drama, sondern ein sprachgewaltiger Text, der sich jeder klaren Handlung verweigert. Stattdessen entfaltet sich ein fragmentarischer Monolog über das politische Sprechen, über Sprachmuster, Macht und die Absurdität politischer Kommunikation. Mit einer Art Theatergedicht befragt Lotz Politiker als eine absonderliche Spezies. Wer sind „die Politiker“? Sind es nur die, die in der Regierung sitzen, oder sind wir alle als politische Wesen „die Politiker“?
Der Text besteht aus einer Vielzahl von Statements, Wiederholungen, Floskeln, scheinbar sinnlosen Aneinanderreihungen – alles im Stil politischer Rede. Dabei wird das Reden selbst zum Thema: Politiker reden, ohne wirklich etwas zu sagen. Sprache wird entlarvt als ein Werkzeug zur Verschleierung, zur Machterhaltung, zur Selbstinszenierung. Zentrales Motiv ist die Leere hinter der Sprache.