© Andreas Büettner
In Heinrich von Kleists Lustspiel gerät der korrupte Dorfrichter Adam in Bedrängnis, als er einen nächtlichen Vorfall aufklären soll: Ein wertvoller Krug wurde zerbrochen, und die Schuldfrage scheint zunächst völlig offen. Doch während der Verhandlung verdichten sich die Hinweise, bis sich ausgerechnet der Richter selbst als der nächtliche Eindringling entpuppt. Seine sichtbaren Verletzungen stammen in Wahrheit von einem Fluchtversuch nach einem versuchten sexuellen Übergriff.
Kleist entwickelt aus diesem vermeintlich einfachen Ausgangspunkt ein raffiniertes Spiel um Wahrheit, Macht und Selbsttäuschung. Die Komik entsteht weniger aus Pointen als aus den immer durchsichtigeren Versuchen Adams, die Untersuchung zu lenken und seine Verantwortung zu verbergen. Zugleich zeichnet das Stück ein genaues Bild davon, wie Autorität funktioniert und wie leicht sie missbraucht werden kann.