© Jannik Pitt
Mit „Der Golem“ schuf Gustav Meyrink 1913 einen Klassiker der deutschsprachigen Phantastik. Die Bühnenfassung führt ins Prager Ghetto, irgendwann zwischen Traum und Erwachen. Im Mittelpunkt steht Athanasius Pernath, der in seinem festgefahrenen Leben ebenso orientierungslos wirkt wie der sagenhafte Golem: ein Geschöpf ohne eigenen Willen.
Als ihm die rätselhafte Gestalt tatsächlich begegnet, beginnt eine Reise durch verwinkelte Gassen und die Abgründe der eigenen Seele, auf der er Menschen begegnet, die zweifelhafte Entscheidungen getroffen haben und damit hadern, getrieben sind, sich selbst hassen.
Pernath sucht nach einem Gegenüber, dem er sich anvertrauen kann, und nach einem Zustand innerer Versöhnung. Zwischen Kriminalgeschichte, Liebesdrama und Identitätssuche entfaltet sich eine vielschichtige Erzählung, die vor den Augen des Publikums abläuft wie ein rätselhafter Traum oder eine expressionistische Vision.