© Rainer Gräf
Aufgrund der umfassenden Sanierung des Gebäudes am Kiliansplatz muss die Theaterhalle am Dom ihre bisherigen Räume für mehrere Spielzeiten verlassen. Statt Stillstand setzt das Team auf neue Spielorte, kreative Formate und engen Austausch mit dem Publikum. Im Interview spricht Intendant und Choreograf Thomas Kopp darüber, wie die Theaterhalle die Sanierungsphase als Zeit des Aufbruchs gestaltet und welche Perspektiven sich daraus ergeben.
Viele Zuschauerinnen und Zuschauer verbinden die Theaterhalle am Dom mit einer ganz bestimmten Atmosphäre. Wie lässt sich dieser besondere Charakter auch außerhalb der gewohnten Räume bewahren?
Die Theaterhalle am Dom und das „kollektiv anderer tanz“ haben bereits Erfahrung mit ortsspezifischen Projekten und ungewöhnlichen Spielorten. Produktionen wie „lost places“ zeigen, dass gerade neue Räume eigene Atmosphären erzeugen können. Der besondere Charakter der Theaterhalle am Dom entsteht nicht allein durch ihre Räume, sondern durch die Art, wie Kunst, Künstlerinnen und Künstler sowie Publikum miteinander in Beziehung treten. Auch außerhalb der gewohnten Spielstätte kann diese Atmosphäre erhalten bleiben.
Die Sanierungsphase wird mindestens zwei Spielzeiten dauern. Welche Projekte oder Produktionen stehen in dieser Zeit besonders im Fokus und welche Möglichkeiten eröffnet das künstlerisch?
Die kommenden zwei Spielzeiten verstehen wir nicht als Übergangszeit im Sinne eines „Wartens“, sondern als eine Phase des Aufbruchs. Im Mittelpunkt stehen weiterhin die Eigenproduktionen von „kollektiv anderer tanz“, die wir an wechselnden Orten in Würzburg und der Region realisieren werden. Formate wie „Hidden Places im Lusamgärtchen“ stehen exemplarisch für diesen Weg, weil sie den individuellen künstlerischen Ausdruck und den kreativen Dialog in den Mittelpunkt stellen.
Diese Idee wird uns auch während der Sanierungsphase begleiten. Die Theaterhalle am Dom bleibt sichtbar und präsent – nicht TROTZ der Sanierung, sondern auf neue Weise gerade WEGEN ihr. Mit einem Pop-up-Store, wechselnden Spielorten und einem noch direkteren Austausch möchten wir die Stadtgesellschaft aktiv in diese besondere Phase einbeziehen.
Die Proben und theaterpädagogischen Angebote ziehen auf das Gelände der Erlöserschwestern. Wie verändert das die tägliche Arbeit des Ensembles?
Natürlich bedeutet der Umzug für uns Veränderung. Das Gelände der Erlöserschwestern bietet uns glücklicherweise die Möglichkeit, unsere Proben- und Bildungsarbeit kontinuierlich fortzuführen.
Das künstlerische Konzept bleibt unverändert, die Räumlichkeiten werden jedoch modernisiert. Worauf dürfen sich die Besucherinnen und Besucher nach der Rückkehr besonders freuen?
Ende 2027 werden wir in die Theaterhalle am Dom zurückkehren und diesen besonderen Ort wieder mit Leben füllen. Unsere Besucherinnen und Besucher dürfen sich auf eine Theaterhalle freuen, die ihren besonderen Charakter bewahrt und gleichzeitig fit für die Zukunft wird. Uns ist wichtig, dass die Sanierung nicht die Identität des Hauses verändert, sondern die Bedingungen für Kunst, Begegnung und kulturelle Teilhabe wesentlich verbessert.
Die Rückkehr wird deshalb mehr sein als die Wiedereröffnung eines Gebäudes. Sie wird ein Wiedersehen mit einem vertrauten Ort sein, den viele Menschen mit persönlichen Erinnerungen, besonderen Aufführungen und gemeinsamen Erlebnissen verbinden. Gleichzeitig schaffen die modernisierten Räumlichkeiten neue Möglichkeiten für Produktionen und Veranstaltungen. Nach zwei Spielzeiten an wechselnden Orten wird die Theaterhalle am Dom zudem mit vielen neuen Erfahrungen, Kooperationen und künstlerischen Impulsen zurückkehren.
Die Besucherinnen und Besucher dürfen sich also auf das Beste aus beiden Welten freuen: auf die vertraute Atmosphäre der Theaterhalle und auf neue Ideen, die während der Sanierung entstanden sind. Kurz gesagt: Die Räume werden neu sein, das Herz der Theaterhalle am Dom bleibt dasselbe – und genau darauf freuen wir uns gemeinsam mit unserem Publikum.
Wer wissen möchte, wo wir als Nächstes spielen, welche Projekte ab September 2026 entstehen und wie die Sanierung voranschreitet, kann uns über unseren Newsletter, unseren Blog auf unserer Internetseite unter www.theaterhalle.com und auf Instagram (@theaterhalle) begleiten. Dort teilen wir aktuelle Termine, Einblicke hinter die Kulissen und Neuigkeiten aus dem Theateralltag.