Die Zukunft der Demokratie als praktische Aufgabe
bis
Audimax, Uni Sanderring Sanderring 2, 97070 Würzburg
Auftaktvortrag der Ringvorlesung "Under Pressure. Über Demokratie, Vertrauen und Öffentlichkeit." Veranstaltet von GSiK von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Sommersemester 2026
Über den Vortrag:
Vortrag von Prof. Dr. Frank Decker (Politikwissenschaftler an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
mit einer Einführung durch Prof. Dr. Andreas Dörpinghaus, Vizepräsident für Studium, Lehre und Qualitätsmanagement
Demokratie ist sowohl eine Staats- und Regierungsform als auch eine gesellschaftliche Lebensform. In beiden Bereichen gerät sie heute zunehmend unter Druck. Der Demokratiediskurs konzentriert sich deshalb vorrangig darauf, wie die Demokratie gegen ihre Feinde geschützt, wie sie "resilienter" gemacht werden kann. Daneben sollte es aber auch darum gehen, sie zu erweitern und zu verbessern. Dabei geht es zum einen um die Beteiligungsmöglichkeiten der Bürger und zum anderen um effektive Problemlösungen.
Frank Decker ist seit 2001 Professor für Politikwissenschaft am Institut für Politische Wissenschaft und Soziologie der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, wo er von 2004 bis 2008 als geschäftsführender Direktor des Instituts fungierte. Seit 2011 ist er außerdem wissenschaftlicher Leiter der Bonner Akademie für Forschung und Lehre praktischer Politik (BAPP). Zuvor war er als Wissenschaftlicher Assistent an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg tätig, wo er 1993 promovierte und 1999 habilitierte. Frank Decker forscht vor allem zu den Themen Rechtspopulismus, Parteiensysteme, Regierungsinstitutionen und Demokratiereform. Zu diesen Themen publizierte er zahlreiche Bücher sowie Aufsätze in führenden politikwissenschaftlichen Fachzeitschriften und Sammelbänden. Er ist regelmäßig als Experte in Medien und öffentlichen Debatten präsent. 2023 wurde er mit dem Otto-Kirchheimer-Preis für seine herausragenden Verdienste in der Parteien- und Demokratieforschung ausgezeichnet.
Über die Ringvorlesung:
Demokratische Gesellschaften stehen gegenwärtig unter vielfältigem Druck: Politische Polarisierung, globale Machtverschiebungen und digitale Öffentlichkeiten verändern die Bedingungen, unter denen demokratische Prozesse funktionieren. Zugleich gerät das Vertrauen in Institutionen, Medien und politische Akteure zunehmend ins Wanken.
Die Ringvorlesung nimmt diese Entwicklungen in den Blick und fragt nach der Stabilität und Zukunftsfähigkeit demokratischer Ordnungen. In vier Vorträgen beleuchten ausgewiesene Expert*innen unterschiedliche Perspektiven – von grundlegenden Fragen politischer Praxis über internationale Entwicklungen bis hin zu Dynamiken digitaler Radikalisierung.
Die Reihe lädt dazu ein, zentrale Herausforderungen unserer Zeit wissenschaftlich fundiert zu analysieren und gemeinsam zu diskutieren: Wie verändert sich Öffentlichkeit? Wovon lebt Vertrauen in der Demokratie? Und wie lassen sich demokratische Strukturen unter veränderten Bedingungen sichern und weiterentwickeln?
Alle Vorträge finden um 18:30 Uhr im Audimax, Sanderring 2 statt. Barrierefreier Zugang über nordseitigen Eingang am Sanderring, Aufzüge ins 1. OG.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung per Mail an gsik@uni-wuerzburg.de wird gebeten.
Weitere Vorträge:
07. Mai
Sina Laubenstein (ISD Germany, Berlin)
"Digitale Demokratiegefahren: Radikalisierung im Netz am Beispiel der Mannosphäre"
Einführung: Prof. Dr. Andrea Kübler
21. Mai
Annika Brockschmidt (Freie Journalistin)
"Glaube, Macht und digitale Räume: Politische Trends aus den USA und deren Einfluss auf die deutsche Demokratie"
Einführung: Prof. Dr. Ilona Nord
09. Juni
Prof. Daniel Ziblatt, Ph.D. (Harvard University, WZB Berlin)
"Democracy Under Threat: a Transatlantic Perspective" (Vortrag in englischer Sprache)
Einführung: Prof. Dr. Sonja Grimm
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