Von Drei Millionen Drei
Mainfranken Theater Theaterstraße 21, 97070 Würzburg
Uraufführung nach den Würzburg-Romanen von Leonhard Frank:
Die drei Freunde kennen sich seit ihrer Kindheit, in der sie vereint in einer Räuberbande vom Ausbruch aus den engen und repressiven Verhältnissen ihrer Heimat träumten, vom freien Leben in Amerika. Die Träume wurden durch Vernunft und Anpassung verdrängt: Sie heirateten, gründeten Familien und lebten das festgefahrene Leben ihrer Väter weiter, gegen das sie einst rebellierten.
Nun treibt sie die Armut aus der Stadt. Was aus ihren Familien geworden ist, wissen wir nicht. Zusammen mit dem zugelaufenen Hund Hammelchen machen sie sich auf den Weg. An Arbeit glauben sie nicht mehr, und dem Schicksal ist schwer zu vertrauen. Eine lebensermöglichende Zukunft scheint Utopie geworden.
Es gelingt ihnen schließlich, ihren Kindheitstraum wahr zu machen und sich nach Südamerika durchzuschlagen. Dort werden sie in einen Umsturz verwickelt und müssen zurück nach Europa. Sie versuchen ihr Glück in Marseille, flüchten weiter nach Italien und landen schließlich in einem verarmten Berlin.
Auf ihrer Suche finden sie immer nur das, was sowieso schon vor ihrer Haustüre steht. Das Einzige, was ihnen geblieben ist, ist ihre Freundschaft.
Leonhard Frank, der in seiner Zeit als eine der bedeutendsten Stimmen gegen den Krieg und die ungerechten Verhältnisse galt, veröffentlichte 1932 den ersten Arbeitslosenroman. Er zeigt seine Figuren als Getriebene, ohnmächtig, aber voller Leben, und stellt die Frage nach dem Einfluss des Individuums auf die Verhältnisse.
Info
© Nik Schölzel