Digitale Demokratiegefahren: Radikalisierung im Netz am Beispiel der Mannosphäre
bis
Audimax, Uni Sanderring Sanderring 2, 97070 Würzburg
Vortrag der Ringvorlesung "Under Pressure. Über Demokratie, Vertrauen und Öffentlichkeit." Veranstaltet von GSiK von der Julius-Maximilians-Universität Würzburg im Sommersemester 2026
Über den Vortrag:
Vortrag von Sina Laubenstein (Politikwissenschaftlerin am Institute for Strategic Dialogue, Berlin)
mit einer Einführung durch Prof. Dr. Andrea Kübler, Dekanin der Fakultät für Humanwissenschaften
Der Vortrag setzt sich mit Online-Radikalisierung, Desinformation und digitaler Gewalt als zentralen Herausforderungen für demokratische Gesellschaften auseinander. Am Beispiel der Mannosphäre wird gezeigt, wie sich radikale und frauenfeindliche Ideologien in digitalen Netzwerken verbreiten, welche Rolle Plattformen und Plattformstrukturen dabei spielen und wie diese Dynamiken den demokratischen Alltag beeinflussen – von öffentlichen Debatten über politische Partizipation bis hin zur Sicherheit von Betroffenen digitaler Gewalt. Abschließend werden zentrale Fragen zu Prävention, Regulierung und zivilgesellschaftlichen Gegenstrategien diskutiert.
Sina Laubenstein ist Programmdirektorin des Institute for Strategic Dialogue Germany (ISD). Sie leitet diverse Projekte zu digitaler Gewalt und Hassrede online und ist anerkannte Expertin auf diesem Gebiet. Sie war an der Lehrplan-Entwicklung des Business Council for Democracy (BC4D) beteiligt. Laubenstein studierte Politikwissenschaft an der Universität Mannheim (B.A.) sowie Global Studies and Societal Change an der Malmö University (M.A.). Als freie Referentin, Speakerin und Autorin beschäftigt sie sich schwerpunktmäßig mit den Themen Digitale Zivilcourage, Hass und Extremismus im Netz sowie digitale Gewalt. Sie steht in engem Austausch mit Akteur*innen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wissenschaft und berät diese national wie international in ihren Strategien zum Umgang mit Hass im Netz.
Über die Ringvorlesung:
Demokratische Gesellschaften stehen gegenwärtig unter vielfältigem Druck: Politische Polarisierung, globale Machtverschiebungen und digitale Öffentlichkeiten verändern die Bedingungen, unter denen demokratische Prozesse funktionieren. Zugleich gerät das Vertrauen in Institutionen, Medien und politische Akteure zunehmend ins Wanken.
Die Ringvorlesung nimmt diese Entwicklungen in den Blick und fragt nach der Stabilität und Zukunftsfähigkeit demokratischer Ordnungen. In vier Vorträgen beleuchten ausgewiesene Expert*innen unterschiedliche Perspektiven – von grundlegenden Fragen politischer Praxis über internationale Entwicklungen bis hin zu Dynamiken digitaler Radikalisierung.
Die Reihe lädt dazu ein, zentrale Herausforderungen unserer Zeit wissenschaftlich fundiert zu analysieren und gemeinsam zu diskutieren: Wie verändert sich Öffentlichkeit? Wovon lebt Vertrauen in der Demokratie? Und wie lassen sich demokratische Strukturen unter veränderten Bedingungen sichern und weiterentwickeln?
Alle Vorträge finden um 18:30 Uhr im Audimax, Sanderring 2 statt. Barrierefreier Zugang über nordseitigen Eingang am Sanderring, Aufzüge ins 1. OG.
Der Eintritt ist frei. Um Anmeldung per Mail an gsik@uni-wuerzburg.de wird gebeten.
Weitere Vorträge:
29. April
Prof. Dr. Frank Decker (Universität Bonn)
"Die Zukunft der Demokratie als praktische Aufgabe"
Einführung: Prof. Dr. Andreas Dörpinghaus
21. Mai
Annika Brockschmidt (Freie Journalistin)
"Glaube, Macht und digitale Räume: Politische Trends aus den USA und deren Einfluss auf die deutsche Demokratie"
Einführung: Prof. Dr. Ilona Nord
09. Juni
Prof. Daniel Ziblatt, Ph.D. (Harvard University, WZB Berlin)
"Democracy Under Threat: a Transatlantic Perspective" (Vortrag in englischer Sprache)
Einführung: Prof. Dr. Sonja Grimm
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